150 Hunde. Neun Länder. Sehr kurze Beine.
Am 15. August 2026 wurde der Vingis Park in Litauens Hauptstadt Vilnius zum fünften Mal zur Rennstrecke für Corgis. Nach Angaben der Veranstalter kamen 150 Hunde aus neun Ländern – so viele wie noch nie.
94 von ihnen traten im eigentlichen Hauptrennen an. Über Qualifikationsläufe und Halbfinals ging es bis zum großen Finale: 25 Meter geradeaus. Eine Distanz, die auf Papier überschaubar klingt und mit einem Corgi plötzlich alle dramaturgischen Möglichkeiten einer mehrteiligen Streamingserie besitzt.
Einige Hunde sprinteten tatsächlich ins Ziel. Andere verloren unterwegs sichtbar das Interesse am europäischen Ruhm. Das Regelwerk sah ein Rennen vor. Die Teilnehmer sahen offenbar auch Möglichkeiten für spontane Ausflüge, Spielpausen und grundsätzlich andere Prioritäten.
GG gewinnt. Mr. Corgington wird lieber laut.
Den sportlichen Teil gewann die amerikanische Corgi-Dame GG – kurz für „Gustave the Girl Dog“. Ebenfalls aus den USA kam der Zweitplatzierte Mr. Corgington. Die Litauerin Moka, bereits zweimalige Siegerin, landete auf Rang drei.
Mr. Corgington musste Vilnius trotzdem nicht ohne Titel verlassen. Beim Wettbewerb um das lauteste Bellen erreichte er 111 Dezibel. Das liegt ungefähr in der Größenordnung einer Kettensäge und ist für einen Hund bemerkenswert, dessen Beine kaum höher sind als ein schlecht gefaltetes Handtuch.
Für die notwendige Motivation sorgte ein Kauspielzeug. Spitzensport braucht manchmal keine komplizierte Trainingswissenschaft.
Natürlich gab es auch Kostüme
Weil ein reines Wettrennen mit 150 Corgis offenbar noch nicht ausreichend amtlich war, gehörten außerdem ein Schnüffelwettbewerb und eine Kostümparade zum Programm.
Den Kostümwettbewerb gewann Amigo als legendärer Eiserner Wolf aus der Gründungssage von Vilnius. Seine sechsjährige Begleiterin trat passend dazu als Großfürst auf. Das Kostüm brauchte eine Woche Arbeit. Amigo selbst soll die historische Verantwortung mit begrenzter Begeisterung getragen haben.
Beim Wettbewerb um die beste Nase teilten sich die lettischen Corgis Tora und Rusty den Sieg. Damit waren am Ende Geschwindigkeit, Lautstärke, Geruchssinn und historisch korrekte Verkleidung abgedeckt. Mehr kann ein europäischer Mehrkampf kaum verlangen.
Die Veranstaltung begann während der Corona-Zeit mit rund 40 Hunden aus einer Stadt. Inzwischen reisen Teilnehmer aus mehreren Ländern an, Tausende Menschen schauen zu und Vilnius bezeichnet sich selbst als europäische Hauptstadt der Corgis.
Nach diesem Wochenende ist die Behauptung zumindest schwer wegzubellen.
DAS URTEIL DER BÄMMIS
Internet hatte seine Chance.
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