Der Vorgang
Ein handgemachter chinesischer Animationsfilm über ein neugeborenes Kalb hat sich vom Fehlstart zum Überraschungserfolg entwickelt. The Bull Comes, auf Chinesisch Niu Lai, spielte laut Reuters zunächst kaum mehr als 1.000 US-Dollar ein. Dann entdeckten soziale und lokale Medien seine schiefen Zeichnungen, die unbeholfene Erzählweise und die Geschichte hinter der Produktion: ein Amateur-Animator, unterstützt von seiner Mutter.
Bis zum 20. August waren daraus umgerechnet mehr als vier Millionen US-Dollar geworden. In der chinesischen Tagesrangliste landete der Film damit unmittelbar hinter Spider-Man: Brand New Day – einer Produktion, deren Budget Reuters mit rund 225 Millionen US-Dollar angibt.
Das eigentliche BÄM
Der Film wurde nicht erfolgreich, obwohl er roh aussieht. Genau das wurde zu seinem Ereignis. Aus dem Baby-Kalb entstanden Memes, Fanartikel und Kostüme. Ein Werk, das jeder professionelle Produktionsplan wahrscheinlich geglättet hätte, wurde gerade wegen seiner sichtbaren Ecken zum Gegenentwurf für perfekt vermarktete Unterhaltung.
Das ist keine Gebrauchsanweisung, ab morgen absichtlich schlechte Filme zu bauen. Solche Erfolge lassen sich kaum kopieren. Aber der Vorgang zeigt, wie schnell Hochglanz zum Nachteil werden kann, wenn das Publikum hinter jedem makellosen Bild bereits die gleiche Maschine vermutet.
Akte geschlossen
Spider-Man brachte 225 Millionen Dollar Budget mit. Das Kalb brachte seine Mutter mit. Im Tagesranking lagen beide plötzlich direkt nebeneinander.
DAS URTEIL DER BÄMMIS
Internet hatte seine Chance.
Jetzt seid ihr dran.
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